
MEI Korean Warsaw Restaurant
Innenarchitektur, Branding
Über eine persönliche Netzwerkempfehlung in Auftrag gegeben, verwandelte MEI Korean Grill and Sushi das, was als "im Grunde eine Kantine ohne Design" beschrieben wurde, in ein koreanisches BBQ-Zielrestaurant im Warschauer Stadtteil Powisle, angrenzend an das Einkaufszentrum Arkady Mostu Poniatowskiego in der Nähe des Koreanischen Kulturzentrums. Der Ausbau der 61,35 Quadratmeter wurde in einem 2,5-monatigen Fast-Track-Programm von September bis November 2018 realisiert, wobei in diesem komprimierten Zeitrahmen ein 73-seitiges Dokumentationspaket erstellt wurde.

Die Architektur des Raumes wird durch eine einzige konzentrierte Gestaltungsgeste definiert: eine abgehängte Kiefernholz-Gitterdecke, die 10,4 mal 5,9 Meter bei einem 120-Zentimeter-Strukturmodul überspannt. Dieses Element erfüllt gleichzeitig drei Funktionen — ästhetisch, technisch und kulturell. Ästhetisch schafft es ein warmes, vom Hanok inspiriertes Holzdach, das den vertikalen Charakter des Raumes transformiert. Technisch verbirgt es die Lüftungsanlage und trägt die BBQ-Abluftinfrastruktur, wobei individuelle Absaughauben über jedem Tisch positioniert und direkt in das Gitterraster integriert sind. Kulturell referenziert es die traditionelle koreanische Architektur, während es eine Atmosphäre erzeugt, die eher einer japanischen Izakaya ähnelt als einem konventionellen Restaurant — das warme Laternenlicht, das durch das Kiefernholz filtert, erzeugt die eindrücklichste räumliche Qualität des Projekts.

Elf hängende rechteckige Papierlaternen ergänzen das Umgebungslicht mit warmen Lichtinseln über den Esstischen. Eine betonverputzte Bartheke mit Buchenholzlaminat-Oberfläche bildet den Ankerpunkt des Gastraums. Hinter der Bar erzeugt ein hinterleuchtetes Soju-Flaschenregal in regelmässiger Matrix eine leuchtende Akzentwand. Eine Neon-Leuchtbox mit dem Ming-Zeichen — dem chinesischen Schriftzeichen für "hell", das im Restaurantnamen MEI verwendet wird — bildet das markante typografische Element über der Bar und wirft warmes Licht auf die Buchenfurnierverkleidung.

Zwei Wandbehandlungsoptionen wurden präsentiert. Option 1 kombiniert freiliegenden Betonputz mit handgemalten Kirschblüten-Wandbildern — der Wandbildansatz bewusst zurückhaltend, um eine zarte Rosa-Lasur auf roher Betonoberfläche zu erzielen statt einer plakativ-grafischen Aussage. Der Beton verankert den Raum in einem rohen zeitgenössischen Material, während die Kirschblüte kulturelle Spezifität in malerischem statt kommerziellem Massstab einführt. Option 3 wählt eine andere Richtung und ersetzt den Beton durch raumhohe Buchenfurnierverkleidung, die die Wärme der Gitterdecke darüber verstärkt und eine vollständig umhüllende, holzdominierte Atmosphäre schafft.

Shoji-inspirierte transluzente Aluminiumrahmen-Trennwände vervollständigen die koreanischen Vernakular-Referenzen am Raumperimeter und filtern den Blick von der Einkaufspassage. Porzellanfliesen in Betonoptik erstrecken sich über den gesamten Essbereich. Die interkulturelle Komplexität des Projekts — koreanischer Auftraggeber, Warschauer Standort, Bydgoszczer Designstudio — erweiterte die geografische Reichweite von Rise.Design erstmals auf die polnische Hauptstadt.

Das Projekt wurde als einer der herausragenden Aufträge des Jahres 2018 gewürdigt. Die Integration der funktionalen BBQ-Abluft in ein lesbares architektonisches Element — anstatt die Absaugung als exponiertes industrielles Provisorium zu behandeln — ist die Entwurfsentscheidung, die den Raum von einer technischen Lösung zu einem räumlichen Erlebnis erhebt.
