
Marina House Apartment
Innenarchitektur
Marina House ist das erste Projekt von Rise.Design, bei dem KI-Werkzeuge den traditionellen Visualisierungsworkflow vollständig ersetzten. Jedes Konzeptbild entstand mit Midjourney, DALL-E und Stable Diffusion, parallel eingesetzt. Die Auftraggeber waren angesehene Rechtsanwälte in Bydgoszcz, gewonnen über Mundpropaganda, und die Ausstattung zählte dieses Projekt zu den hochwertigeren Wohnaufträgen des Studios. Sie konnten den Unterschied nicht erkennen.

Die Wohnung erstreckt sich über rund 95 Quadratmeter in der Wohnanlage Jagiellonska 36B, einem Gebäude am Flussufer mit Blick über die Promenade der Brda und den angrenzenden Park. Der Rohbauzustand des Bauträgers war nackter Zementestrich, weißer Putz und offen liegende Kabel: eine leere Ausgangslage. Das markante runde Bullaugenfenster des Gebäudes wurde erhalten und im fertigen Interieur zu einem Merkmal gemacht. Der Blick auf Fluss und Park vom Balkon trägt den hochwertigen Charakter der Ausstattung.

Das prägende Merkmal des Entwurfs ist maßgefertigte Schreinerarbeit als primäres architektonisches System. Die Sondermöbel aus der Werkstatt Proste Historie machen mehr als die Hälfte des gesamten Projektbudgets aus. Sie verwandeln jede Fläche, vom Eingangsflur bis zum Kleiderschrank im Schlafzimmer, in ein bewohntes architektonisches Element statt in einen möblierten Raum. Das Schreinerei-System liest sich durchgängig konsistent: Laminatfronten in Nussbaumholzoptik, gerippte Schubladenfronten, integrierte Spiegelpaneele, Garderobenhaken und eingelassene Sitzbänke bilden eine durchgehende Formsprache von der Schwelle bis in die privatesten Räume.

Die Materialpalette rund um dieses Schreinerei-System ist streng diszipliniert. Eichenparkett verläuft durch alle Wohnbereiche. Der gesinterte Stein Ariostea Fragmenta Bianco Greco erscheint auf den Küchenarbeitsplatten und den Waschtischen im Bad. Seine Oberfläche in Marmoroptik verleiht die Wärme eines Naturmaterials, ohne den Pflegeaufwand von echtem Stein. Cremefarbene Natursteinfliesen kleiden das Badezimmer aus, wogegen dunkle Duschfliesen in Betonoptik und mattschwarze Armaturen den Kontrast setzen. Reinweiß lackierte Oberschrankfronten in der Küche bilden das Gegengewicht zu den Unterschränken aus Nussbaumholz.




Das mittels KI-Plattformen erstellte Visualisierungspaket erwies sich bei der Präsentation gegenüber dem Auftraggeber als nicht von traditionell gerenderten Darstellungen zu unterscheiden. Der Erfolg des Projekts führte unmittelbar dazu, dass bis Ende 2023 dedizierte Rendering-Mitarbeiter aus der Belegschaft von Rise.Design ausschieden. Der Entwurfsprozess hatte sich für immer verändert. Ein umfassender Plansatz koordinierte die Schreinerei-Einbauten mit Wandansichten des Badezimmers, die die Fliesenaufteilung, die Waschtischmaße und das Sonderanfertigungs-Duschglas spezifizierten.











