
Coffee2Go Torun
Innenarchitektur, Branding
Das Coffee2Go-Flaggschiff in Torun ist der physische Ankerpunkt eines landesweiten Rebrandings der polnischen Cafékette: ein 85,3 Quadratmeter großer Standort an der Jurija Gagarina 152 in Torun, direkt gegenüber dem Campus der Nikolaus-Kopernikus-Universität gelegen und als wiederholbares Muster konzipiert, dem zwei weitere Filialstandorte folgen sollten. Beauftragt im September 2019 und fertiggestellt im Januar 2022. Der Zeitrahmen verlängerte sich durch den Umfang der landesweiten Einführung und die Unterbrechung durch die Covid-19-Zeit. Das Projekt umfasste einen Architekturzeichnungssatz mit 38 Blättern, ein Renderpaket mit 25 Seiten und ein 12-seitiges Konzeptdokument als Aufzeichnung des Markendesignsystems. Der Auftraggeber bezeichnete das Ergebnis als „sehr erfolgreich".
Das Konzept baut auf einem einzigen erzählerischen Element auf: einem wandfüllenden polnischen Eisenbahnkarten-Wandbild, das sich über die gesamte Hauptesswand erstreckt und jede größere polnische Stadt mit farbigen Streckenlinien im Pipeline-Stil verbindet, mit einem Coffee2GO-Tassenlogo am Knotenpunkt des Netzwerks und weißen Bahnhofsschildern, die jede Stadt entlang ihres Schienenkorridors benennen. Das Wandbild verwandelt ein Nachbarschaftscafé in ein kartografisches Markenstatement. Die Kaffeekette wird als verbindendes Gewebe des polnischen Stadtlebens positioniert, die Tasse als Knotenpunkt, von dem alle Routen ausgehen. Die lokale Identität wird in das landesweite System eingebettet: Ein Bahnhofsschild mit der Aufschrift TORUN erscheint auf dem RAUTA-Stahlnetzschirm an der Bar und verankert das Flaggschiff in der Stadt, in der es sich befindet.


Die Materialsprache verbindet die Wärme von Cognac-Eichenoberflächen an der Bar und Ledersitzbänken mit der industriellen Präzision der schwarzen RAUTA-Stahlnetzschirme im Rautenmuster. Die RAUTA-Schirme erfüllen eine doppelte Funktion: als Raumteiler zwischen Barservice und Essbereich, und als Markenträger. Das Coffee2GO-Logo ist direkt in das Netz geschnitten, wodurch die Identität in die Architektur eingebettet wird, statt sie als Oberflächenbeschilderung aufzubringen. Equipe-Artisan-Graphite-Metrofliesen bilden die Rückwand der Bar, ein feiner taktiler Kontrapunkt zur grafischen Kraft des Eisenbahnwandbilds. Schwarz-weiße geometrische Rautenbodenfliesen ziehen sich durch den gesamten Innenraum und setzen sich im Waschraum fort, sie verankern die Farbpalette in einer grafischen Geometrie, die die kartografische Präzision der Karte darüber widerspiegelt.




Der Außenbereich bringt eine verglaste Wintergarten-Terrasse aus Stahl und Glas ein. Ihre V-förmigen diagonalen dunklen Stahlverstrebungen und halbhohen Paneelwände mit integrierten Blumenkästen geben ihr eine markante Straßenpräsenz, sichtbar vom Universitätscampus auf der anderen Straßenseite. Die Terrasse erweitert die Sitzkapazität des Cafés und etabliert zugleich einen industriell-zeitgenössischen Charakter an der Gebäudekante. Im Inneren verleihen Lichterketten aus Kugellampen an der Decke und freigelegte weiß getünchte Backsteinwände der Terrasseneinfassung eine Loft-Rohheit, die sich von der raffinierteren Palette des Hauptspeisebereichs unterscheidet. Zwei verschiedene atmosphärische Register innerhalb desselben 85,3 Quadratmeter großen Programms.




Integrierte Pflanzgefäße innerhalb des RAUTA-Netzschirmsystems fügen eine botanische Schicht neben den Sitzbänken hinzu, wobei das Grün das industrielle Netzmaterial mildert, ohne ihm zu widersprechen. Die Nahaufnahme des Wandbilds zeigt die grafische Präzision des kartografischen Elements an der Wandoberfläche: Jede Pipeline-Linie, jedes Bahnhofsschild, jeder Stadtname trägt zu einem landesweiten Netzwerk bei, dessen physisches Zentrum immer diese Tasse ist, in diesem Café, in dieser Stadt.


Der 85,3 Quadratmeter große Grundriss bietet Platz für fünfzig bis sechzig Gäste auf Sitzbänken im Innenraum, freistehenden Tischen und der verglasten Terrasse. Die L-förmige Bartheke verankert die Servicezone, wobei der RAUTA-Schirm die Schwelle zwischen Bestellen und Essen markiert, ohne die räumliche Verbindung zwischen beiden zu unterbrechen. Der Grundriss aus der Vogelperspektive, die Konzeptaxonometrie, der Baraufriss mit Wandbild und der Möbelplan bilden zusammen die vier zentralen Raumdokumente des 38-Blatt-Pakets. Dies sind die Zeichnungen, auf deren Grundlage auch zwei weitere Filialstandorte entwickelt wurden.