
Coffee2Go Lodz
Innenarchitektur, Branding
Coffee2Go Lodz ist ein Café-Ausbau im Bahnhof Lodz Fabryczna, einem der modernsten Verkehrsterminals Mitteleuropas, 2016 eröffnet und unter einem großen öffentlichen Platz im Stadtzentrum gelegen, und der zweite gebaute Standort in der landesweiten Expansion von Coffee2Go nach dem Flaggschiff in Torun von 2019. Der wiederholte Auftrag des Kettenbesitzers zeigt die Kundenbeziehung, die durch die frühere Rebranding-Arbeit entstand. Auf einer trapezförmigen Fläche von 86 Quadratmetern in der Bahnhofshalle verbindet der Entwurf drei zentrale Themen: das industrielle Erbe von Lodz, biophile Wärme und die ortsbezogene Identität der Kaffeekultur. Lodz war die historische Textilhauptstadt Polens. Die Fabrikviertel aus dem 19. Jahrhundert, geprägt von monumentalen Backsteingebäuden mit Bogenfenstern und sichtbaren Tragwerken, bestimmen die visuelle Identität der Stadt. Der Entwurf greift dieses Erbe auf, mit einer sichtbaren schwarzen Decke, einem Streckmetallsystem im Rautenmuster und biophilen lebenden Grünwänden. Die abstrakten Bogenmotive an den Essbereichswänden greifen die Bogenformen der großen Lodzer Textilfabriken auf und übertragen einen industriellen Architekturtypus in ein Flächenornament im menschlichen Maßstab. Dreiundsiebzig Seiten Dokumentation wurden in sechs Wochen fertiggestellt, mit einer Abschlusslieferung im Januar 2022.


Das Raumkonzept ordnet den unregelmäßigen trapezförmigen Grundriss um eine zentrale L-förmige Bartheke mit 533 Zentimetern Servicelänge, mit Sitzzonen entlang der drei Umfassungswände: Die linke Wand (Wand A, 708 Zentimeter breit und 317 Zentimeter hoch) und die rechte Wand (Wand C, 672 mal 317 Zentimeter) tragen abstrakte Bogenmotive in überlappenden Kurvenformen, abgestuft von dunkler Schokolade über Terrakotta und Sand bis Creme. Die Rückwand (Wand B) ist mit weißen Backsteinfliesen mit schwarzen Akzentzonen und einem honigfarben gebeizten Buchen-Gemeinschaftstisch ausgeführt. Der Boden liest sich als gerichtete Komposition: Graue Porzellanfliesen im Format 80 mal 80 Zentimeter bilden eine Umfangsborte, und ein schwarz-weißes Rautenmuster belegt die zentrale Gästezone in einem V-förmigen Chevron, das am Eingang beginnt.




Die Bartheke ist bis ins Fertigungsdetail spezifiziert: Eine schwarze Solid-Surface-Arbeitsplatte liegt auf cognacfarbenem Eichenholzwerk, mit rautengemustertem schwarzem Streckmetall an der 316 Zentimeter breiten kundenseitigen Frontplatte. Vierzehn Bargeräte sind in der Servicelänge platziert: Faema-Espressomaschine, Gebäckvitrine, Mixer, Saftpresse, Schokoladenbereiter, zwei Kaffeemühlen, Kassenterminal und Zusatzgeräte, mit einem dreistufigen integrierten LED-Kaskadensystem, das die Theke von oben, auf mittlerer Höhe und an der Basis beleuchtet. Ein rundes Coffee2Go-Neonlogo kennzeichnet die Bar als das wichtigste visuelle Markenelement im Bahnhofskontext.


Das Trennwandsystem ist als individuelle Möbelserie konzipiert: gerade Trennwände im Format 217 mal 102 Zentimeter und L-förmige Rückläufer mit 253 Zentimetern Gesamtbreite, alle in cognacfarbenem Eichenlaminat ausgeführt, mit schwarzen Solid-Surface-Abschlussleisten und schwarzen Paneeleinsätzen. Die biophile Integration erfolgt auf mehreren Ebenen: raumhohe vertikale Pflanzenwände in Stahlnetzrahmen flankieren den Eingang, Pflanzkübel oben auf den Trennwänden verlaufen entlang der Sitzteiler, und deckenhängende Pflanzenkörbe im Format 60 mal 210 beziehungsweise 60 mal 205 Zentimeter lassen kaskadenartiges Grün von der schwarzen Industriedecke herabhängen.



Die einheitliche Gestaltungssprache aus schwarzem Streckmetall, durchgängig eingesetzt bei Trennwänden, Bar-Front, deckenhängenden Pflanzenkorbrahmen, fensternahen Trennwänden, Gemeinschaftstischblenden und wandmontierten Paneelen, schafft visuelle Kohärenz über alle Sonderanfertigungen hinweg. Ein einziges Materialsystem im Rautenmuster verbindet den industriellen Bezug mit jedem Möbelstück, sodass das Streckmetall gleichzeitig als Tragstruktur und als Gestaltungssprache lesbar ist. Die Sitzpalette reicht von korallroten Terrakotta-Sitzbänken und smaragdgrünen Samtsesseln über Senfgelb, Petrol und Taubengrau bis zu einem Akzentpaar aus knalligem Pink-Fuchsia-Ohrensesseln, für insgesamt etwa 40 bis 50 Gäste in den Zonen des Cafés.



Die Bogenmotive sind präzise auf die trapezförmige Geometrie abgestimmt: Das Wandbild an Wand A erstreckt sich über 708 Zentimeter in acht Modulen, das an Wand C über 672 Zentimeter in sieben Modulen, jeweils 317 Zentimeter hoch. Die überlappenden Kurvenformen in vier abgestuften Erdtönen, dunkle Schokolade, mittleres Braun, warmes Beige und Creme, erzeugen Tiefe und Rhythmus auf einer Wandbildfläche von insgesamt mehr als 43 Quadratmetern.
